Freitag, 21. August 2009

Tourtraining - Erster Härtetest


Sonntag, 16. August 2009


Es ist Sonntag und es ist warm. Ein idealer Tag um im Schatten zu sitzen, zu plaudern, zu trinken und zu grillen. Doch wir, Udo und ich, machen uns auf, um den ersten Härtetest für unsere Einradtour entlang der Ruhr über 230 km zu absolvieren. Wir möchten heute die Teilstrecke von Herdecke bis Hattingen (ca. 33 km) bewältigen.

Um acht Uhr morgens sitzen wir mit Tagesgepäck und 26-Zoll-Einrädern im Regionalzug von Oberbarmen nach Hagen. Dort haben wir 30 Minuten Aufenthalt, bevor der Bummelzug nach Herdecke startet. Zeit genug noch eine Tasse Kaffee zu trinken und ein Croissant zu genießen. Allerdings wird es dann doch knapp und wir müssen uns schon sputen um den Zug gerade noch zu erwischen. Der erste Geschwindigkeitstest.

Um neun Uhr in Herdecke angekommen, beginnt unser Tour-Training. Auf die Einräder, durch den Ort hindurch zur Ruhr und dann immer dem Schild des Ruhrtalweges folgen. Noch ist es einigermaßen kühl und die ersten Kilometer führen am idyllischen Harkortsee entlang. Ein paar Jogger sind unterwegs, zwei Angler mit vollem Equipment lassen sich durch uns nicht aus ihrem meditativen Zustand bringen und ein paar verschlafene Camper stehen gerade auf.

Wir versuchen auf den Einrädern unseren Rhythmus zu finden und ich hoffe, dass die Vaseline an meinen empfindlichen Stellen einen guten Job macht und die Tour nicht zur Qual werden läßt. Wir fahren sehr entspannt und haben viel Zeit während der Fahrt, uns die wunderschöne Gegend anzuschauen.

Nach 15 km sind noch keine Verschleißerscheinungen zu bemerken, wir fühlen uns pudelwohl. Allerdings ist es jetzt deutlich wärmer geworden. An der Zeche Theresia bei Witten machen wir Pause und können den Start einer Orientierungsfahrt für Oldtimer bewundern. Unglaublich, wieviel Energie, Geld und Zeit, Menschen in ihre Hobbies investieren. Diese Oldtimer sahen teilweise aus wie neu und wurden bestimmt gepflegt wie kleine Kinder. Wir gönnen uns in der Zeche noch eine selbstgebackene Waffel mit Puderzucker.

Mittlerweile ist es schon sehr warm und die Hälfte der Strecke liegt noch vor uns. Ein paar Kilometer hinter der Zeche geht es mit einer Fußgänger- Radfahrerfähre über die Ruhr, völlig kostenlos, ein echter Service. Natürlich spenden wir eine Kleinigkeit.

In der Mittagshitze und jetzt schon über 20 km gefahren, erreichen wir die Kemnade und hier ist richtig was los. Fußgänger, Radfahrer, Inliner kreuzen unsere Strecke. Als wir dann auf einer Entfernungsangabe nach Hattingen "10 km" lesen, sind wir schon etwas angeschlagen, da uns mittlerweile das Wetter ganz schön zusetzt. Nun heißt es durchhalten und weiterfahren. Ein Eis und eine kurze Pause mit Blick auf den See bauen unsere Energiereserven wieder auf.

Nach 6 Stunden stehen wir dann endlich in Hattingen auf der Ruhrbrücke und sind erleichtert, dass wir den Härtetest ohne größere Probleme überstanden haben. 33 km auf dem Einrad, bei diesem Wetter, ist schon eine Nummer. Wir fragen uns, wie das bei der Tour wird, wenn wir am nächsten Tag wieder die gleiche Strecke vor uns haben und das eine Woche lang.

Manfred

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